Beinahe-Unfall mit der Stadtbahn und zwei gestohlene Brillen

Seine gesundheitlichen Probleme können dem Humor von Herrn K. bisher glücklicherweise nichts anhaben. Aber das, was ihm vor einigen Wochen passiert ist, verschlägt dem 83-Jährigen dann doch die Sprache: Er fährt grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und so stand er an besagtem Tag auf dem Bahnsteig am Arnulf-Klett-Platz und wartete auf seine Stadtbahn. Er war in der Stadt gewesen , um sich ein neues Handy zu kaufen, und jetzt wollte er zurück nach Hause fahren.

Die Bahn kam, viele Menschen stiegen aus, viele stiegen ein und Herr K. , der schlecht zu Fuß und daher etwas langsamer ist, war bei den letzten Wartendenden, die einsteigen konnten. Aber da passierte das Missgeschick: Er benutzt gerne eine Stofftasche mit zwei langen Henkeln für seine Besorgungen, denn diese Taschen kann er über die Schulter hängen, wenn er eine freie Hand braucht, denn in einer Hand hält er stets seinen Gehstock. Herr K. versuchte, in die Stadtbahn einzusteigen. In der rechten, vorgestreckten Hand hielt er seine Stofftasche mit den langen Henkeln, in der linken war der Gehstock. Mit beiden Beinen stand er noch auf dem Bahnsteig. Da schlossen sich die Stadtbahntüren. Auf die dünnen Stoffschlaufen der Tasche reagierten die Sensoren aber nicht. „Ich konnte gerade noch loslassen und meine Hand zurückziehen. Die Tasche fiel in die Stadtbahn und fuhr davon“, schildert er die Situation.

Alle starren auf ihr Handy

„Weil ich mich mit der anderen Hand auf meinen Stock stützen konnte, bin ich nicht gestürzt“, sagt er. Somit hatte er Glück im Unglück. Niemand fragte, ob er Hilfe benötige, niemand erkundigte sich nach seinem Befinden. „Die Leute sind alle so dermaßen in Eile oder starren auf ihr Handy. Da könnte auch einer gleich daneben sterben. Keiner würde es bemerken“, frotzelt er. Den Geldbeutel und den Hausschlüssel hatte zwar in seiner Jacke, aber in der Tasche waren seine beiden Brillen: eine für die Nähe und eine für die Ferne. „Mein Augenarzt sagt, dass ich besser mit zwei Brillen zurechtkomme, weil ich mich an eine Gleitsichtbrille nur schwer gewöhnen könne“, erklärt er. Wenn er unterwegs ist, trägt er stets seine alte Brille mit getönten Gläsern. Das war auch an jenem Tag so. Und dann war da noch das neue Handy, das er gerade gekauft hatte. „Ein ganz einfaches Handy war das, ich habe keine Apps. Ich benutze es nur zum Telefonieren.“

In der Hoffnung, dass er seine Tasche wieder bekommen würde, hat er etwa zwei Stunden lang am Arnulf Klett-Platz gewartet: „Ich wollte den Fahrer finden und ihn fragen, ob meine Tasche gefunden wurde.“ Den Fahrer hat er tatsächlich noch erwischt, aber der wusste von nichts, auch im Fundbüro war seine Tasche nicht abgegeben worden. „Ich war sehr verärgert“, sagt er. Die Brillen sind vermutlich im Müll gelandet, für Herrn K. ein herber Verlust, denn seine Rente ist so gering, dass er aufstockend Grundsicherung erhält.

Job im Apollo-Theater

Weil er in seiner Jugend im Ausland gelebt hatte, und weil er nie wirklich gut bezahlte Arbeitsstellen hatte, reicht es ihm jetzt gerade so für das Alltägliche. Aber Herr K. jammert nicht, denn vor allem sein letzter Job, den er über viele Jahre gemacht hatte, liebte er: Er stand im Apollo-Musical-Theater hinter den Kulissen und half den Akteuren blitzschnell beim Kostümwechsel. „Wir waren wie eine große Familie, in der jeder funktionieren muss, damit es auf der Bühne klappte“, schwärmt er. Zuvor war er Geschäftsführer in einem Kaufhaus, dann war er ein Jahr lang ohne Arbeit. Trotz seiner Qualifikation wurde er nicht vermittelt. Den Job im Musical hatte er selbst gefunden.

Jetzt im Alter leidet Herr K. unter der Lungenkrankheit COPD. Beim Gehen hat er Probleme, weil er Wassereinlagerungen in den Beinen hat und kommt daher nur langsam voran. Trotzdem legt er stattliche Strecken zu Fuß zurück. Eine Prostata-Krebs-Erkrankung hat er glücklicherweise überstanden. „Im Alter wird eben alles anders“, sagt er lächelnd. Nun aber besitzt Herr K. nur noch seine alte, getönte Brille und benötigt einen Ersatz für die beiden, die in der Stadtbahn verloren gegangen sind. Beide Brillen zusammen kosten etwas über 600 Euro. Dafür benötigt Herr K. eine Spende.

Das 40 Jahre alte Bett von Herrn M. ist kaputt

Das Leben von Herrn M. ist sehr bescheiden: Er wohnt in einem 16 Quadratmeter großen Zimmer. Den 73-jährigen plagen immer häufiger Schwindelattacken. Er ist schon häufiger gestürzt. Früher hat Herr M. viele Jahre lang als Bauarbeiter gearbeitet. Das war schwere körperliche Arbeit. Dennoch bezieht er jetzt lediglich Grundsicherung im Alter. Er ist ganz allein auf sich gestellt. Eine Familie hat er nicht.

Nun muss er ein neues Bett kaufen. Sein altes ist 40 Jahre alt, der Rahmen ist kaputt und die Matratze völlig durchgelegen. „Hilfe für den Nachbarn“ hat für verschiedene Einrichtungsgegenstände Regelsätze, die als Spende ausbezahlt werden. Für ein Bett mit Matratze gilt der Betrag von 400 Euro. Die kann Herr M. aber nicht aufbringen, weil er keinerlei Ersparnisse hat. Sein zur Verfügung stehendes Geld reicht gerade so zum Leben. Er benötigt deshalb eine Spende, um ein neues Bett kaufen zu kaufen.

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